Ermittelt: Stephanie Marland – Wir sehen dich (Rezension)

Stephanie Marland - Wir sehen dich-2

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Stephanie Marland – Wir sehen dich

Clementine Starke ist fasziniert von wahren Kriminalfällen. Sie ist, wie einige andere, der Meinung, dass die Polizei ihre Arbeit nicht mehr richtig ernst nimmt und nicht alles unternimmt, um Verbrechen wirklich aufzuklären. Bei Clementine hat sich im Kopf manifestiert, dass die Polizei durchzogen ist mit korrupten Ermittlern. Gemeinsam mit anderen True-Crime-Fans ist sie deshalb der Meinung, dass die Gemeinschaft Verbrechen zuverlässiger aufklärt als die Polizei. Aber ihr Interesse ist auch dadurch motiviert, dass sich ihre Doktor-Arbeit um dieses Thema dreht.

Als eines Tages ein Serienmörder umgeht, der Frauen tötet, ihnen das Haar färbt, sie schminkt und dann die Tote mit Rosen im Bett arrangiert, sieht die online organisierte True-Crime Gruppe die Chance gekommen, der Polizei zu zeigen, dass sie besser und effizienter ermitteln können. Clementine möchte sich unbedingt einbringen, in den engsten Zirkel der Gruppe vordringen. Dazu muss sie den Anführer der Gruppe davon überzeugen, dass sie wertvoll für das Team ist. Der Anführer teilt den Mitgliedern der Gruppe ihre Aufgaben zu und die haben es in sich. Es gilt, möglichst viele Informationen zu sammeln und dabei wenn nötig auch Grenzen zu überschreiten. Clementine findet es seltsam, dass der Anführer so schnell an sensible Informationen kommt. Sie versucht herauszufinden woher er seine Informationen bekommt und als sie erkennt, dass diese von der Polizei direkt kommen, versucht sie ebenfalls einen Kontakt zur Polizei herzustellen.

Clementine allerdings versucht es direkt beim leitenden Ermittler Dominic Bell. Dieser steht enorm unter Druck. Gerade erst ist eine seiner Ermittlungen desaströs gescheitert und nun jagt er einem Serienmörder hinterher und schafft es einfach nicht ihn zu fassen. So kreuzen sich die Wege von Clementine und Dom und keiner der beiden ahnt wie wichtig und gefährlich diese Begegnung werden sollte.

Heiligt der Zweck alle Mittel?

“Wir sehen dich” war einer meiner Tipps im August und spielt mit einem sehr interessanten Gedanken. Ist es für eine Gruppe lose organisierter Normal-Bürger möglich ein Verbrechen schneller aufzuklären als das durch die Polizei möglich ist? Für eine solche Gruppe gäbe es an der ein oder anderen Stelle mit Sicherheit Möglichkeiten, die die Polizei nicht nutzen dürfte. Auf der anderen Seite stellt sich natürlich die Frage, ob der Zweck wirklich alle Mittel heiligt?

Im Zentrum des Thrillers stehen Clementine und Dom. Clementine hat offensichtlich schlimme Erfahrungen in ihrer Vergangenheit gemacht. Sie hält alle Polizisten für korrupt und hat Anfangs Schwierigkeiten ihr Haus zu verlassen. Dom kämpft mit sich und seinen Gewissensbissen. Er ist sich sicher, dass ein Spitzel in seinem Team seine Ermittlungen im vorherigen Fall sabotiert hat. Nur wer? Zu jedem Einzelnen hat Dom eine ganz spezielle Verbindung und keinem traut er so etwas zu. Und jetzt der neue Fall in dem er einem Serienmörder auf die Spur kommen muss und einfach nicht weiter kommt.

Ein Thriller aus zwei Perspektiven

Stephanie Marland schreibt den Thriller abwechselnd aus der Perspektive von Clementine und Dom. Das lässt den Leser sehr gut mit den Protagonisten mitfühlen. Dadurch dass man beim Lesen Informationen von beiden Seiten bekommt erkennt man wie Clementine und Dom langsam aufeinander zudriften, wieder auseinanderdriften, bevor es dann am Ende zum großen Finale kommt.

Marland klärt am Ende nicht wirklich auf, was Clementine in ihrer Vergangenheit passiert ist und das fand ich schade. Vielleicht hab ich es nicht so wahrgenommen, aber ich hätte mir gewünscht, dass es mehr Aufklärung darüber gibt was Clementine dazu bewogen hat so lange die Wohnung nicht zu verlassen und jedem Polizisten zu misstrauen. Insgesamt ist “Wir sehen dich” aber ein, durch die Perspektivwechsel, sehr gut aufgebauter und spannend geschriebener Thriller, der von mir 4 von 5 Sternen bekommt.

VÖ: 31.08.2018
Verlag: dtv
Format: Taschenbuch, eBook
ISBN: 978-3-423-21749-1
Preis: 9,95€

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