Rezension: Ursula Poznanski – Fünf

fuenfBeatrice Kaspary und Florin Wenninger werden zu einer Frauenleiche mitten auf einer Kuhweide bei Salzburg gerufen. Zuerst sieht alles nach einem unglücklichen Unfall aus, doch die gefesselten Hände der Frau und vor allem eine seltsame Tätowierung auf ihrer Fußsohle deuten eindeutig auf ein Gewaltverbrechen hin. Das perfide: auf den Fußsohlen wurden die Koordinaten eintätowiert, die die Ermittler zum Teil einer weiteren Leiche führen. Schnell kristallisiert sich heraus, dass der Mörder Geocaching mit Leichenteilen spielt und die Ermittler dazu verdammt sind sein Spiel mitzuspielen. Doch die Hinweise werden immer mysteriöser und die Rätsel die es zu lösen gilt, um zur nächsten “Stage” zu kommen werden immer schwerer. Was aber noch viel schlimmer ist, der Täter hinterlässt keine Spuren und plötzlich verschwinden auch noch wichtige Zeugen. Der Täter nimmt Kontakt zu Beatrice Kaspary auf und er weiß Dinge über ihre Vergangenheit die nur wenige wissen. Hat es also was mit ihr persönlich zu tun? Schwebt sie etwa auch in Gefahr?

Geocaching mit Leichenteilen. Ein sehr kreativer und neuer Ansatz, um die Ermittlungen in einem Mordfall interessant zu gestalten. Ich war sehr neugierig wie die Autorin die Elemente des Geocaching mit den Ermittlungen verknüpft und ich kann sagen, dass es sehr gut gelungen ist. Die Geschichte spielt rund um Salzburg und was ich besonders originell finde – alle Schauplätze sind so, oder so ähnlich tatsächlich in der Gegend um Salzburg zu finden. Lediglich Kleinigkeiten hat die Wiener Autorin verändert oder verschoben. Insgesamt schafft sie es allerdings nicht das Potential dieser Idee voll auszuschöpfen und die Ermittler dürften gerne von Anfang an etwas näher am Täter sein. So gerät nach den ersten Funden die ganze Ermittlung etwas ins Stocken und es zieht sich etwas mit der Lösung der Rätsel, die der Mörder hinterlässt hin. Allerdings bleibt ein solider Thriller der mit regionalem Bezug natürlich fasziniert, vor allem wenn er so nah vor der eigenen Haustür spielt.

Für die kreative Idee, die aber sicher hätte besser ausgeschöpft werden können gebe ich gute 3/5 Sterne und eine eindeutige Leseempfehlung für Salzburger und Fans regionaler Krimis und Thriller.

VÖ: 16.02.2012, Verlag: Wunderlich, Preis: 14,95€ (D)

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  • Und alle, die nicht aus der Region kommen, sollten dann lieber die Pfoten davon lassen, oder was? 😉 Aber jetzt mal im Ernst: Das hört sich ja fast so an, als ob es der Ermittlerin letztlich auch ans Leder geht. *gähn* Ich kann das nicht mehr lesen. Das kommt ja inzwischen in jedem zweiten Krimi und Thriller vor. *schüttel* Zum Glück gibt es diesen glitzkleinen Funken, der sich Hoffnung schimpft, und der momentan in mir keimt. Ich werde mir „Fünf“ jetzt nicht gleich kaufen, aber ich habe es in unserer Bib vorgemerkt. Mal schauen, ob die Dame auch für Erwachsene schreiben kann. 🙂

    • Naja sagen wir einfach mal so:
      Ich glaube, dass du zu einem ähnlich mittelmäßigen Ergebnis kommen wirst wie ich 😉 Es ist nicht schlecht aber es ist auch nicht der Oberhammer. Man hätte viel mehr aus der wirklich guten Idee des Leichencachings machen können und hätten an anderen Stellen ein wenig langatmige Ermittlungsvorgänge einsparen können. Mehr möchte ich nicht verraten, sonst nehme ich dem Buch dann auch noch die letzte Spannung 😉 Natürlich ist es aber auch etwas für nicht ortskundige!

      • Ich fand es okay, aber imho merkt man, dass die Autorin aus dem Jugendbüchersegment kommt. Und muss wirklich jeder Ermittler Stress im Privatleben haben…:-)

        • Da hast du recht…ich mag es auch nicht, dass Ermittler immer psychische Wracks sein müssen 😉