Rezension: Jeffery Deaver–Manhattan Beat

Rune ist jung und nicht besonders erfolgreich. Keine Ausbildung, keine Perspektive und nur einen schlecht bezahlten Job in einem Videoverleih kann sie bisher vorweisen. Sie weiß allerdings, sie möchte zum Film, denn sie liebt Filme. Allerdings lebt sie in ihrer kleinen eigenen Welt in der alles scheinbar ein wenig wie im Film ist. Eines Abends kommen 3 Jugendliche vorbei und laden Rune zu einer Party in ihrer eigenen Wohnung ein. Sie willigt ein und lernt dabei einen schrägen Typen kennen, in den sie sich schnell verliebt.

Dann stirbt einer ihrer Lieblingskunden auf mysteriöse Weise. Er hat sich ziemlich oft den Film Manhattan Beat ausgeliehen und so versucht Rune über das Video, in dem es um einen gescheiterten Bankraub geht, dessen Beute jedoch nie gefunden wurde, den Mörder zu finden.

Auf ihrer Suche nach dem Täter und den wahren Motiven und natürlich auch auf der Suche nach dem Geld aus dem Bankraub stolpert sie von einem Problem ins nächste und gerät sogar ernsthaft in Gefahr.

Als Jeffery Deaver Fan, habe ich es mir zur Aufgabe gemacht alle Bücher zu lesen. Manhattan Beat war nun mit Abstand das älteste Buch, dass ich von Deaver gelesen habe und man merkt deutlich, dass es schon mehr als 20 Jahre auf dem Buckel hat. In der Zwischenzeit hat sich Deaver doch enorm weiterentwickelt, so zumindest mein Eindruck.

Die ganze Story ist völlig wirr. Rune, die mit ihrem Leben irgendwie ganz und gar nicht klar kommt und in einem ziemlich heruntergekommenen Loft wohnt, versucht den Mord an einem Mann aufzuklären den sie nur vom Sehen kennt. Dabei vergisst sie die ganze Welt um sich herum. Sie hat keine Ausbildung, keine Ahnung wie ihr Leben weitergehen soll und lebt einfach in den Tag hinein. Als sie dann noch diesen mysteriösen Typen kennenlernt, der mit 2 Mädels um die Häuser zieht, sich komisch kleidet, philosophisch spricht und mit Rune ins Bett geht, wird die Story doch schon sehr abstrus. Man kann zwar schon die typischen Deaver-Wendungen erkennen, doch insgesamt waren seine Charaktere und die Bücher zu der Zeit noch nicht so ausgereift wie sie das heute sind.

Ich fand das Buch leider sehr enttäuschend und möchte es nur wirklich eingefleischten Deaver-Fans, die wie ich, alle Bücher von Deaver lesen möchten ans Herz legen. Allen anderen Thriller-Fans rate ich eher sich eines der neueren Werke von Deaver zu greifen oder auf die Rhyme/Sachs-Reihe auszuweichen.

2/5 Sterne.

VÖ: 2004 (Original: 1989), Verlag: Aufbau TB

Mehr Infos, kaufen und Leseprobe: Jeffery Deaver – Manhattan Beat

  • Dann werde ich mich mal durch das Deaver-Angebot buddeln und mir einen Thriller für nächste Woche aussuchen, damit ich endlich mitreden kann. 😉

    • Bin mal gespannt welches du als Einstieg wählst 😉

  • Oooookay, ich sag jetzt was, was ich eigentlich nicht sagen sollte, weil ich damit eine ziemliche Bildungslücke in Sachen Thriller offenbare: Ich habe noch nie ein Buch von Deaver gelesen. *schäm und duck* ABER: Er steht bereits auf meiner Leseliste. UND: Dank deiner Rezension weiß ich jetzt, welches Buch ich von ihm nicht lesen werde. 😉

    • Da hast du tatsächlich bisher einen der besten Autoren in dem Bereich verpasst! Ich prophezeie, dass du deinen ersten Deaver lesen und ihn danach lieben wirst 😉
      Ich würde aber wie schon im Artikel zu lesen, mit den neueren oder mit der Rhyme/Sachs-Reihe beginnen. Die Bücher mit Kathryn Dance sind auch spitze!

  • Hm ich überleg es mir dann noch, hatte mir ja auch das Ziel gesetzt alle von ihm zu lesen, gerade lesen ich „Der Insektensammler“ – ich bin gespannt wie es sich liest 🙂

    • Also ich war von dem Buch echt enttäuscht 🙁
      Der Insektensammler klingt aber ganz gut! Sag mir dann mal wie es war bitte! 🙂