Rezension: Jeffery Deaver – Nachtschrei

Brynn McKenzie  ist Polizistin einer kleinen Polizeistation in Wisconsin. Als eines Nachts ein mysteriöser Notruf die Polizeistation erreicht, bittet Brynns Chef sie, trotz ihres freien Tages, nach dem Rechten zu sehen. Da sich der Ort, von dem der Notruf abgesetzt wurde, weit abseits befindet und er lediglich das Wort „dies“ enthielt, soll einer der Polizisten der sich am nächsten zur ermittelten Herkunft des Notrufes befindet zur Kontrolle vorbei fahren. Außer Brynn wäre dies nur Eric Munce, der allerdings als Cowboy bekannt ist, weshalb schließlich die Polizistin, die deutlich mehr Erfahrung und Feingefühl hat, den Auftrag übernimmt.

Der Notruf wurde aus einem großen Park weitab aller Ortschaften, aus einem von 3 exklusiven Ferienhäusern in der Nähe eines Sees abgesetzt. Doch als Brynn dort ankommt, findet sie die Besitzer des Ferienhauses tot auf dem Küchenfußboden und zu allem Übel befinden sich die Täter noch ganz in der Nähe. Als die Täter und die Polizistin aufeinander treffen gibt es einen Schusswechsel und Brynn gelingt die Flucht zu ihrem Wagen. Sie wird von den Tätern verfolgt, die weiter mit einer Schrotflinte auf sie feuern. Beim Versuch mit ihrem Wagen zu entkommen stürzt sie in den See, doch glücklicherweise schafft sie es sich aus dem Wagen zu befreien und ans Ufer zu schwimmen. Um den Mördern zu entkommen flüchtet sie in den angrenzenden Wald und trifft dort auf die verstörte Freundin des ermordeten Ehepaares die mit im Haus war aber entkommen konnte, bevor die Mörder auch sie umbringen konnten.

Gemeinsam versuchen sie den Tätern zu entkommen, doch diese lassen sich nicht abschütteln. Eine Hetzjagd durch dichtes Unterholz beginnt und sie laufen um ihr Leben, dabei weiß Brynn allerdings nicht in welcher großer Gefahr sie wirklich schwebt.

Wer meinen Blog regelmäßig liest, wird sicher wissen, dass ich ein sehr großer Deaver-Fan bin. Im Vorfeld zu diesem Buch habe ich viel schlechte Kritik gelesen, bei der vor allem der einfache Plot und die simple Story kritisiert wurde.

Ich persönlich kann diese Kritik allerdings nicht bestätigen. Natürlich ist es nicht eine der originellsten Ideen, doch was Jeffery Deaver daraus gemacht hat ist wieder einmal absolute spitze. Er schafft es einfach in noch so simplen Situationen Spannung aufkommen zu lassen und ist einfach perfekt darin unvorhersehbare Wendungen einzubauen. Mir war bis zum Schluss nicht klar, wer eigentlich hinter dieser ganzen Sache steckt, wer die Fäden zieht und vor allem weshalb. Der Schluss ist unglaublich spannend und überrascht mit ständig neuen Wendungen.

Einen kleinen Kritikpunkt hat es aber dann doch gegeben. Als die beiden Frauen vor den Mördern durch den Park flüchten haben sie diverse Möglichkeit was ihr Ziel und die Wahl ihres Weges dorthin angeht. Die Verfolger der beiden Frauen sehen dabei auffallend oft den nächsten Zug ihrer „Beute“ voraus. Einmal oder auch zweimal ist es vielleicht durchaus realistisch und fällt auch nicht weiter auf, doch im Verlauf des Buches kommt es deutlich häufiger vor.

Allerdings trübt dies auf keinen Fall die gesamte Story. Deaver schreibt unheimlich spannend und „Nachtschrei“ wird so zum echten Pageturner, den man einfach nicht mehr aus der Hand legen kann. Ich könnte mir auch dieses Buch wieder verfilmt vorstellen und ich bin mir sicher es würde ein guter Film werden.

Ein uneingeschränkt empfehlenswertes Buch für alle Fans die auf echten Thrill stehen. Punktabzug gibt es wegen der oben angesprochenen Kritikpunkte, allerdings komme ich trotzdem zu einem hervorragenden Ergebnis von 4/5 Sternen.

Wer mehr über das Buch erfahren möchte findet bei Blanvalet die passenden Informationen und eine Leseprobe: Nachtschrei