Rezension: Irene Stratenwerth–Im wilden Osten dieser Stadt

im_wilden_osten_dieser_StadtKristina Wolland ist Anwältin und kümmert sich aufopferungsvoll um ihre ehemalige Kommilitonin Angie. Nachdem diese psychische Probleme hatte und auf der Straße lebte hat Kristina ihr eine neue Wohnung besorgt und Verantwortung für sie übernommen. Nachdem Angie sich Nachts freiwillig von Kristina in die Psychiatrie fahren lässt, dort angekommen aber wieder zurück nach Hause will, wird sie am Morgen an einem Badesee tot aufgefunden. Zuerst geht die Polizei von einem selbstverschuldeten Tod aus, doch Kristina lässt nicht locker und beginnt eigene Nachforschungen anzustellen und die Polizei damit unter Druck zu setzen. Plötzlich meldet sich ein Bekannter von Angie, der seine Freundin vermisst und bittet Kristina um Hilfe. Je mehr sie in beiden Fällen nachforscht, umso seltsamer wird das ganze und plötzlich steckt Kristina in großer Gefahr.

Irene Stratenwerth war mir bisher kein Begriff. Umso erstaunter war ich, als ich diesen Krimi vor wenigen Tagen in meiner Post fand. Auf nur 240 Seiten erzählt Irene Stratenwerth die Geschichte von Kristina die ihre Freundin Angie verliert und danach versucht alle Hebel in Bewegung zu setzen, um den Tod der Obdachlosen, psychisch labilen Ex-Kommilitonin aufzuklären. Hinzu kommt ein angespanntes Verhältnis zu ihrer Anwaltsgehilfin, die sich immer mehr wie eine Vorzimmerdame vorkommt und zu Kristinas Freund, der 20 Jahre in Brasilien war und ihr nicht alle seine Geheimnisse aus dieser Zeit anvertrauen will. Der Krimi beginnt am Anfang etwas zäh, weil die Polizei nicht wirklich ermitteln möchte und die Beamten überhaupt nicht begeistert von der jungen Anwältin sind. Auch steht erst einmal das Verhältnis zu ihrem Freund und ihrer Angestellten im Vordergrund. Doch dann nimmt gegen Ende das Buch noch ordentlich an Fahrt auf und wird unheimlich rasant. So rasant, dass man fast den Schluss nicht mitbekommt. Insgesamt ein gelungener Krimi mit kleinen Abstrichen aber durchaus kurzweilig und spannend zu lesen.

4/5 Sterne.

VÖ: 01.02.2012, Verlag: Rowohlt, Preis: 8,99€ (D)

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  • Mh, das ist die erste positive Rezension, die ich zu diesem Krimi lese. Okay, ich kenne auch nur zwei weitere, aber es ist trotzdem interessant, mal die unterschiedlichen Wichtungen und Meinungen zu lesen. Ich habe bei Amazon eben ein „Blick ins Buch“ geworfen. Als Sprach- und Stilfetischistin liebe ich diese Funktion. Fazit: Ich werde den Krimi nicht lesen. Er ist mir ein Tick zu hölzern und eintönig (Satzrhythmus) geschrieben. Mal ganz davon abgesehen, dass ich in letzter Zeit eh nicht gerne Krimis lese, in denen Personen ermitteln, die das Ermitteln nicht professionell gelernt haben. Das ist hoffentlich nur ne Geschmacksphase, denn ansonsten muss ich meinen Lesestoff erheblich eingrenzen, was ich nicht möchte. 😉

    • Damit hast du nicht so unrecht. Ich fand ihn insgesamt durchaus in Ordnung. Es sind halt „nur“ 240 Seiten sehr leicht zu lesende Lektüre und gegen Ende geht es wirklich dermaßen flott mit allem, dass man denkt „huch schon zu Ende? Das hätte noch ausgebaut werden können“. Aber mir gehts auch manchmal so, dass ich mit dem wie es geschrieben ist nicht klar komme!