Rezension: Frank Lauenroth – New York Run – der zweite Marathon-Thriller

Brian Harding und Chris Johnson sind zurück. Wieder einmal laufen sie, nur diesmal nicht ganz freiwillig. Nach Boston ist nun New York der Schauplatz einer spannenden Verfolgungsjagd. Diesmal steckt aber kein ausgeklügelter Plan und eigene Interessen hinter dem Lauf gegen die Zeit. Der russische Oligarch „Stalin“ hat die Beiden aus Rache dazu gezwungen: mit einem hochwirksamen Dopingmittel im Blut und Bomben in den Schuhen. Seine Regeln sind einfach: Einer von ihnen muss das Rennen gewinnen, keiner von ihnen darf stehenbleiben. Ihnen bleiben nur zwei Stunden Zeit, um ihr Leben zu retten. Doch Stalins Plan ist weit komplizierter und zielt darauf ab, die USA ins Mark zu treffen. Droht eine Neuauflage des Kalten Krieges?

Ein Thriller um einen Marathon? Schon beim ersten Thriller von Frank Lauenroth „Boston Run“ war ich skeptisch ob sich das Konzept eines Thrillers über einen Marathon nicht als extrem langweilig herausstellt. Damals war ich positiv überrascht, hätte aber nicht geglaubt, dass sich darüber sogar ein zweiter Thriller schreiben lassen würde. Umso erstaunlicher, dass Frank Lauenroth es gleich zweimal schafft, einen so spannenden Thriller in diesem Umfeld zu inszenieren. „New York Run“ beginnt ohne viel Vorgeplänkel oder lange Erklärungen: Ein Russe, der wirklich jedes Cliché von eiskalter Berechnung bedient, hat nach dem Boston Marathon das Dopingmittel ersteigert (das Chris erfunden und die ganze Geschichte erst möglich gemacht hat), ist aber von dessen Wirkung enttäuscht und nun stinksauer. Und wenn „Stalin“, wie er sich nennt, auf jemanden sauer ist, kommt das einem Todesurteil gleich.

Allerdings will er seine Rache auch genießen und zeigt Chris und Brian auf die harte Tour, was ihnen bevorsteht: Ein Start beim New York Marathon mit der Vorgabe, ihn zu gewinnen. Damit sie dazu auch tatsächlich eine Chance haben, bekommen sie das erwähnte Dopingmittel verabreicht und eine Zusatzmotivation, nämlich Sprengstoff in die Schuhe gepackt.
Ohne viel Zeit zum Durchatmen für den Leser und die unfreiwilligen Läufer geht es los, und da diese „Nobodys“ notgedrungen an der Spitze des Feldes rennen müssen und damit ständig im Fokus der Kameras sind, erregen sie bald Aufmerksamkeit. Auch bei Chris‘ einstigem Vorgesetzten bei der NSA, der schnell kapiert dass Chris Hilfe braucht. Auch die CIA bekommt Wind von der Sache und ist hin- und hergerissen zwischen dem Wunsch, die beiden Läufer zu retten und dem russischen Drahtzieher das Handwerk zu legen. Ein mörderisches Unterfangen. So geraten Chris und Brian zwischen die Fronten ohne wirklich zu wissen ob jemand ihr Dillemma versteht und richtig interpretiert. Sie sind machtlos, können selbst nichts tun um ihr Leben zu retten. Hat Chris, ein genialer Kopf der früher für die NSA gearbeitet hat, auch diesmal wieder eine Idee? Bald wird beiden klar, dass der Russe ihren Lauf nur als „Nebenkriegsschauplatz“ einer noch viel größeren Sache geplant hat. Da die Profis einen Marathon in wenig mehr als zwei Stunden laufen, rennt ihnen im wahrsten Sinne des Wortes die Zeit davon!

Die Geschichte hinter der Geschichte ist wirklich clever verwickelt, und ich möchte hier nicht mehr verraten. Frank Lauenroth hat jedenfalls ganz tief in die Trickkiste gegriffen und eine abenteuerliche Theorie entwickelt – die die Zeiten des Kalten Krieges wieder aufleben lässt und womöglich gar nicht so abwegig ist, wie sie auf den ersten Blick zu sein scheint. Gerade vor dem Hintergrund realer Geschehnisse in den letzten Monaten ist ein terroristischer Angriff auf solche Großveranstaltungen durchaus brisanter denn je. Lauenroth schafft es in seinem zweiten Marathon Thriller mal wieder eine extrem spannende Story um eine aus meiner Sicht mitunter recht langweilige Sache zu entwickeln. Jeder der denkt ein Marathon sei langweilig irrt bei diesem Buch gewaltig.

Das Buch bietet Spannung von der ersten bis zur letzten Seite, viele überraschende und clevere Wendungen und einen Schluss, der durchaus Stoff für einen weiteren Marathon-Thriller hat.

Meine Wertung: 4/5 Sterne.

Mehr Infos und Leseprobe: http://www.sportweltverlag.de/buecher/titel-a-z/new-york-run

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Die Webseite des Autors: http://www.franklauenroth.de/