Rezension: Colin Bateman–Ein Mordsgeschäft (Mord, Anarchie und heiße Hosen)

Ein hypochondrischer, Irischer Krimibuchhändler, dessen Namen man während der gesamten Geschichte nicht erfährt, betreibt einen kleinen Buchladen direkt neben dem Büro eines Privatdetektivs. Als dieser eines Tages nicht mehr zur Arbeit erscheint wenden sich die Kunden des Detektivs an den Buchhändler. Erst ist der Buchhändler sich nicht ganz sicher, doch dann übernimmt er die kleinen, ungefährlichen Fälle des Detektivs und benutzt seine Stammkunden als Hilfe bei der Aufklärung der Fälle. Er hat schon lange ein Auge auf die Mitarbeiterin des Juweliergeschäftes gegenüber geworfen und als diese von seinen gelegentlichen Ermittlungen Wind bekommt, bietet sie sich als Assistentin an. Der Buchhändler kann es kaum glauben und willigt ein. Doch dann wendet sich ein Verleger an den Buchhändler dessen Frau nach einer Reise zur Buchmesse nach Frankfurt verschwunden ist und bittet ihn um seine Hilfe. Der Buchhändler und seine Assistentin beginnen zu ermitteln im “Fall der jüdischen Musikanten”. Sie ahnen jedoch nicht, dass dieser Fall vielleicht eine Nummer zu groß für den Buchhändler und seine Assistentin ist.

 

Nach der Leseprobe hatte ich relativ große Erwartungen an das Buch,

denn die ersten 20 Seiten ließen darauf schließen, dass es sich um echten schwarzen, englischen Humor handelt. Leider wird man dann allerdings enttäuscht. Es gibt durchaus witzige Momente, so z.B. als John Grisham in die Buchhandlung kommt und nicht nur seine eigenen Romane, sondern auch die von anderen Autoren signiert und das mit teilweise skurrilen Namen. Im großen und ganzen gesehen, ist das Buch allerdings eher flach. Der Ansatz des hypochondrischen Buchhändlers, hätte durchaus witzig sein können, wird aber mit der Zeit einfach unheimlich nervig und lächerlich. Alison, seine Assistentin holt noch viel raus aber es reicht trotzdem nicht um dem ganzen den Witz zu geben, den sich der Leser erwartet. Viele der Anspielungen und Witze versteht man vielleicht nur wenn man es im englischen Original liest, denn im Deutschen ist es nur selten wirklich witzig. Eher flach und gewollt aber nicht gekonnt schreibt Colin Bateman, selbst Ire, die Story über den seltsamen Buchhändler. Irgendwie ist es auch nicht der typisch englische Humor den man im Buch findet. Kein pechschwarzer Krimiroman wenn man mich fragt. Die Beziehung zwischen dem Buchhändler und Allison ist äußerst seltsam und was es mit seiner Mutter auf sich hat, erschließt sich auch am Schluss des Buches überhaupt nicht. Stattdessen bleibt ein unangenehmer, fast offener Schluss an den vielleicht angeknüpft werden soll? Gibt es die Mutter überhaupt? Alles in allem ein teilweise langatmiges Buch, dass durchaus seine Momenten hat, davon aber leider zu wenig. Man kann es schon lesen, aber “saukomisch” wie Ian Rankin es auf dem Buchrücken behauptet, ist das Buch, zumindest für deutschsprachige Leser, sicher nicht. Daher auch “nur” 3/5 Sternen.

 

VÖ: 08.12.2010, Verlag: Heyne, Preis: 8,99€ (D), 9,30€ (A)

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