Harry Dolan – Böse Dinge geschehen

Sie wären gerne Schriftsteller? Vielleicht sollten Sie sich das doch noch einmal durch den Kopf gehen lassen, denn scheinbar lebt man als Schriftsteller ziemlich gefährlich!

David Loogan ist ein verdammt mysteriöser Mann. Über seine Vergangenheit erfährt man erstmal nichts. Stattdessen erlebt man ihn direkt am Anfang des Buches beim Kauf diverser Utensilien um einen Toten zu vergraben, und zu allem Überfluss stellt er sich auch noch vor die Kassiererin zu töten.

Doch am besten mal ganz von vorn:
David Loogan ist vor kurzem nach Ann Arbor gezogen. Er liebt das Leben und verbringt den Großteil seiner Zeit mit Besuchen im Kino, in Cafés oder Restaurants. Er lebt in einem Haus, das eigentlich nicht ihm, sondern einem Geschichtsprofessor gehört, der ein Freisemester im Ausland genommen hat. Aus Langeweile schreibt er eine Geschichte und wirft sie durch ein offenes Oberlicht in die Büroräume eines Krimi-Magazins. Nach etlichen verbesserten Versionen trifft er im Büro auf den Besitzer des Magazins, der ihm einen Job anbietet, aber nicht als Schriftsteller, sondern als Lektor. Lektor kann man nämlich nicht lernen, es ist etwas, das einem passiert!
Eines Tages bittet sein Chef ihn um einen Gefallen. Loogan soll ihm helfen eine Leiche zu vergraben. Von da an nehmen die Dinge ihren Lauf, denn kurze Zeit später stirbt Loogans Chef und weitere Morde folgen. Loogan versucht den Mörder zu fassen und beginnt Nachforschungen anzustellen, doch damit gerät er nicht nur ins Visier des Killers, sondern auch auf die Fahndungsliste der Polizei.

„Böse Dinge geschehen“ wurde von Harry Dolan verdammt gut und mit viel Witz geschrieben. Karin Slaughter sagte über das Buch des studierten Philosophen:“Eine verdammt gute Geschichte“ und da stimme ich ihr absolut zu. Ein mysteriöser Protagonist über dessen Vergangenheit man zuerst im Unklaren gelassen wird und eine verworrene und doch interessante Geschichte. Am Anfang des Buches ist es schwer hinein zu kommen und bis ungefähr zur Hälfte, hätte ich das Buch auch sicher eher als mittelmäßig eingestuft, aber dann kommt ein Punkt ab dem man das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen möchte. Ein Highlight jagt das nächste, die Geschichte wird immer verrückter und bis zum Schluss hatte ich absolut keine Ahnung wer der Täter sein könnte.
Etwas schade ist dagegen, dass der Charakter der Ermittlerin meiner Meinung nach etwas blass ist. Man hätte ihr durchaus von Anfang an mehr Tiefe geben können, allerdings verbessert sich das ganze gegen Ende des Buches.
Unheimlich verblüffend sind hingegen die Wendungen, nicht nur im Hinblick auf die Vergangenheit von David Loogan, sondern auch auf die Auflösung des ganzen. Da Harry Dolan mehrere Jahres als freier Redakteur gearbeitet hat, es in der Story auch um Schriftsteller geht und man das ein oder andere über ihre Eigenheiten erfährt, sollte dieses Buch viele von euch wahrscheinlich noch mehr interessieren. Wegen des relativ langweiligen Anfangs gibts einen Punkt Abzug und daher „nur“ 4 von 5 Punkten.

„Böse Dinge geschehen“ erscheint am 01.11.2010 im Deutschen Taschenbuchverlag und kostet 14,90€ (bzw. 15,40€ in Österreich).
ISBN: 978-3-423-24812-9

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